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ACTA was? Drei Gründe, warum uns das Abkommen etwas angeht
Allgemeine News
04.02.2012 um 13:35 Uhr
Lange ist er ausgeblieben, der breite Widerstand gegen das geplante Antipiraterie Abkommen ACTA. Vielleicht etwas zu lange.

Obwohl in Polen bereits Zehntausende auf die Straße gingen und auch in anderen EU-Staaten mittlerweile Proteste von Parteien, Netzaktivisten und Verbänden angekündigt wurden, herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer Unklarheit über das umstrittene Regelwerk. Dass viele von uns schlichtweg keine Ahnung haben, was ACTA überhaupt ist, liegt jedoch nicht nur an der dünnen Berichterstattung in den Medien. Bei ACTA ist die Intransparenz Programm.

ACTA was? Das große Achselzucken beim Vernehmen der Abkürzung von „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ sieht man dieser Tage überall. Der Protest gegen SOPA und PIPA scheint gerade erst vorbei, da wird auch schon die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Und was geht mich das an? Wer sich auch nur ein bisschen mit dem Antipiraterie Abkommen auseinandersetzt, wird sehr schnell merken: so Einiges! Wir haben´s jedenfalls getan und geben euch einfach mal drei Gründe, warum die Nummer interessant ist.

1. ACTA = SOPA

Während in den USA Unternehmen und Netzgemeinde gemeinsam und wirkungsvoll gegen die US-Gesetzesinitiativen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) protestierten, interessierte sich bei uns in Europa kein Schwein für ACTA. Eigentlich seltsam, denn das internationale Handelsabkommen könnte ganz ähnliche Auswirkungen haben.


Protest im polnischen Parlament


ACTA spiegelt nämlich in erster Linie die Interessen der Musik- und Filmindustrie wieder. Die hat bei der Entstehung des Regelwerkes nicht nur massive Lobby-Arbeit gemacht, sondern wurde direkt in den Entstehungsprozess von ACTA mit einbezogen. Der Unterschied zwischen ACTA und SOPA/PIPA besteht vor allem darin, dass es sich beim ACTA nicht um eine Gesetzesinitiative handelt, sondern um einen internationalen „Richtungsentscheid“. Das klingt erst einmal weniger verpflichtend – stellt sich aber bei genauerer Betrachtung als perfide Umgehung des demokratischen Entscheidungsprozesses heraus.

2. ACTA geht uns alle an – wird aber nicht von uns entschieden

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Dadurch, dass der EU-Rat das Abkommen nicht als ein gesetzgebendes Verfahren behandelt, war zum Beispiel in Deutschland nur das Kopfnicken von Ilse Aigner (CDU) notwendig, um ACTA auf den Weg zu bringen. Damit ACTA nunmehr in Kraft treten kann, sind nun nur noch die Bestätigung des Bundestages und die des EU-Parlaments notwendig.

Dass der deutsche Bundestag das Abkommen durchwinkt, gilt bei Experten bereits als gesichert. Die Bundesregierung hat bereits verlautbaren lassen, dass sie ACTA begrüßt und beschließen möchte. Damit fand der gesamte Entscheidungsprozess über ACTA bisher hinter verschlossenen Türen statt. Die übliche Einbeziehung der demokratischen Institutionen blieb schlichtweg aus, was im Übrigen auch das Fehlen einer öffentlichen Diskussion erklärt. Eine solche Debatte über die Freiheit des Internets und eine Modernisierung des Urheberrechts ist aber dringend notwendig und sollte uns alle mit einbeziehen. Kommt ACTA durch, fehlt dem Abkommen die demokratische Legitimation.



3. ACTA könnte die Freiheit des Internets gefährden

Was kommt da eigentlich genau auf uns zu? Die Auseinandersetzung mit ACTA und dessen Auswirkungen auf die Netzwelt wird dadurch erschwert, dass niemand so richtig weiß, was die Rechteinhaber von geistigem Eigentum alles mit ACTA anstellen könnten. Nachdem das Handelsabkommen über vier Jahre nur in Form von wagen Pressemitteilungen in der Öffentlichkeit existierte, taucht es nun mit einer Reihe von Rechtsbegriffen auf, deren konkrete Auslegung noch immer offen sind. Dabei ist gerade die Interpretation rechtlichen Grundlagen bei ACTA entscheidend.

Als besonders problematisch wird die neue Definition der Provider-Haftung angesehen. ACTA nimmt nämlich die Service-Provider direkt in Haftung und macht sie für das Handeln ihrer Kunden verantwortlich. Markus Beckedahl, Blogger bei netzpolitik.org spricht in diesem Zusammenhang von einer „Privatisierung der Rechtsdurchsetzung“. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt er die Auswirkungen wie folgt: „Provider werden dann eher den Internetverkehr von ihren Kunden überwachen und wüssten, was diese auf welcher Website gemacht haben oder was sie in E-Mails geschrieben haben – ohne dass es einen Grund gäbe, sie zu überwachen. Durch das ACTA-Abkommen können Nutzer automatisch und in größerem Stile nach Urheberrechtsverletzung überwacht werden. Das gefährdet insbesondere unsere Meinungsfreiheit und Privatsphäre.“

Grund genug? Wir sagen ja! Was ist eure Meinung zu ACTA?

quelle: verschiedene



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ACTA what? Three reasons why we are concerned that some agreements

Long as he has missed, the general opposition to the proposed anti-piracy agreement ACTA. Maybe a little too long. While in Poland already tens of thousands took to the streets and in other EU countries now protests from political parties, organizations and Internet activists have been announced, prevails in many parts of the population are still unclear about the controversial rules. The fact that many of us simply have no idea what ACTA is generally lies not only in the thin coverage in the media. If ACTA is the lack of program.

ACTA what? The big shrug of the shoulders on hearing the abbreviation of "Anti-Counterfeiting Trade Agreement," you see everywhere these days. The protest against SOPA and PIPA seems only just ended, as is already the next sow driven through the village. And what do I care? Anyone who spends even a little bit deals with the anti-piracy agreements, will realize very quickly: so lot! We have it done anyway and give you just times three reasons why the number is interesting.

First ACTA = SOPA

While in the U.S. corporate and community jointly and effectively against the U.S. legislative initiatives SOPA (Stop Online Piracy Act) and PIPA (Protect IP Act) protested , was interested with us in Europe, not a pig for ACTA . Really strange, because the international trade agreements could all have similar effects.

Protest im polnischen Parlament
Protest in the Polish Parliament

ACTA is reflected principally in the interests back of the music and film industry. Which has in the development of rules and regulations not only made massive lobbying, but was directly involved in the genesis of ACTA. The difference between ACTA and SOPA / PIPA consists in the fact that it is the ACTA is not a legislative initiative, but an international "decisive direction". That sounds a less compulsory - but on closer inspection turns out to be a perfidious bypassing the democratic decision-making process.

ACTA second concerns us all - is not decided by us

Which brings us to the next point. The fact that the EU Council, the Agreement shall not be treated as a legislative process, for example, Germany was the only nod of Ilse Aigner (CDU) needed to bring ACTA on the way. So ACTA can now enter into force, are now only the confirmation of the Bundestag and the European Parliament is necessary.

The fact that the German parliament by waving the agreement applies, as with experts already secured. The federal government has announce already stated that they welcomed and would like to conclude ACTA. This was the whole decision making process on ACTA so far held behind closed doors. The usual inclusion of democratic institutions simply failed to materialize, which explains, moreover, the lack of public discussion. Such a debate about freedom of the Internet and the modernization of copyright law is urgently needed and should involve all of us. Come by ACTA, the agreement lacks democratic legitimacy.

Third ACTA could endanger the freedom of the Internet

What exactly is to come up to us? Dealing with ACTA and its impact on the network world is complicated by the fact that nobody really knows what the rights holders of intellectual property could all do with ACTA. After the car trade agreement for four years only in the form of press releases to the public existed, it now appears with a number of legal terms, the actual interpretation is still open. This is precisely the interpretation of legal principles in ACTA is crucial.

Particularly problematic is the new definition of provider liability is considered. ACTA will namely the service provider directly to liability and makes them responsible for the actions of their customers. Mark Beckedahl, blogger netzpolitik.org calls this a "privatization of law enforcement." In an interview with the Sueddeutsche Zeitung, he said the impacts as follows: "Providers will be more Internet traffic monitor would know their customers and what they have done on what site or what they have written in emails - without having a reason there to supervise them. Through ACTA, users can be automatically monitored for copyright infringement and a larger scale. This is putting our freedom and privacy. "

Reason enough? What is your opinion about ACTA?

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